Etwa ein Drittel der Schlafstörungen weist organische Ursachen auf, bei zwei Drittel bestehen nichtorganische (psychische/emotionale) Ursachen.

Organische Schlafstörungen

Organischen Schlafstörungen liegen körperliche Faktoren oder Erkrankungen zugrunde. Prinzipiell kann jede länger andauernde körperliche Erkrankung Schlafstörungen nach sich ziehen.

Zu den spezifischen organischen Schlafstörungen zählen:

  • schlafbezogene Atmungsstörungen wie z. B. die Schlafapnoe (= Atemstillstände während des Schlafes). Schlafbezogene Atmungsstörungen müssen behandelt werden, denn sie können zu vielfältigen Folgekrankheiten wie Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlafanfällen bis hin zur Multi-Infarkt-Demenz führen!
  • nächtliche Bewegungsstörungen wie z. B. das Restless-Legs-Syndrom (RLS), das durch Missempfindungen in den Extremitäten, vor allem in den Beinen, und damit einhergehendem Bewegungsdrang charakterisiert ist. Auch hier sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Nicht jede Unruhe der Beine in der Nacht ist aber ein echtes RLS, häufig ist übermäßiger Stress der Auslöser.

Nichtorganische Schlafstörungen

Nichtorganische Schlafstörungen gehen auf psychische Belastungen und psychische Erkrankungen zurück. So treten z. B. im Rahmen von Depressionen, Angststörungen etc. Schlafprobleme relativ häufig auf.
Zu den häufigsten Faktoren, die zu psychischer Belastung führen und dadurch den Schlaf stören können, zählen übermäßige Belastung, Stress, Probleme sowie Konflikte im privaten Bereich und am Arbeitsplatz. Auch Elektrosmog, erhöhter Konsum von Nikotin und Koffein, Bewegungsmangel sowie falsche Ernährung (beispielsweise spätes Essen am Abend) können uns am Ein- oder Durchschlafen hindern.
Die wichtigsten ökologischen Ursachen sind Licht und Lärm – beides sollte im Schlafbereich vermieden werden.

Melatonin als Ursache von Schlafproblemen

Das Hormon Melatonin wird von den Zellen der Zirbeldrüse, einem Teil des Zwischenhirns, aus dem Botenstoff Serotonin produziert und steuert den Tag-Nacht-Rhythmus des menschlichen Körpers: Der Melatoninspiegel steigt abends bei Dunkelheit an und sinkt in den Morgenstunden wieder ab. Daher wird es auch als „Schlafhormon“ bezeichnet.
Mit zunehmendem Alter sinkt die Melatoninproduktion, daher nehmen Schlafprobleme im Alter zu. Auch Licht (z. B. helles Schlafzimmer, Straßenbeleuchtung vor dem Fenster) kann die Ausschüttung von Melatonin unterdrücken und so den Schlaf beeinträchtigen

Weitere Links:

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