Aufgrund der vielen verschiedenen Schlafstörungen gibt es nicht eine einzige Behandlungsmethode für alle Schlafstörungen. Manchmal kann es schon helfen, Lebensgewohnheiten umzustellen. Zudem stehen psychologische, psychosomatische, somatische und medikamentöse Behandlungsstrategien bei Schlafstörungen zur Verfügung.

Behandlungsmöglichkeiten bei Schlafstörungen

  • Zu den psychologischen Verfahren gehören u. a. Einzel- und Gruppentherapiegespräche sowie Entspannungstechniken.
  • Psychosomatische Ansätze berücksichtigen die enge Verbindung von Körper, Psyche und Schlaf. Häufig spielen hier auch lebensgeschichtliche Faktoren (Traumatisierungen, aktuelle Belastungen) eine wichtige Rolle.
  • Somatische Verfahren beinhalten Lichttherapie, pneumologische (z. B. CPAP = nasale Überdruckbeatmung), operative sowie kieferorthopädische Interventionen (z. B. Schnarchschiene).
  • Medikamentöse Verfahren umfassen Vertreter verschiedener Substanzklassen (Anxiolytika, Hypnotika, Antidepressiva, Antipsychotika, Melatonin, Thymoprophylaktika, Psychostimulanzien etc.), die je nach zugrunde liegender Störung und den damit verbundenen Veränderungen der Schlafarchitektur gezielt eingesetzt werden. Auch pflanzliche Wirkstoffe kommen zum Einsatz.

Gebräuchliche „Schlafmittel“ sind beispielsweise:

  • Melatoninpräparate entfalten ihre schlaffördernde Wirkung, indem sie die Funktion von Melatonin als „Schlafregulator“ und somit einen ausgeglichenen Schlaf-wach-Rhythmus unterstützen. Die Einschlafzeit kann dadurch verkürzt werden. Melatoninpräparate weisen keine sedierenden (dämpfenden, beruhigenden) oder muskelentspannenden Eigenschaften auf.
  • Hypnotika und Tranquilizer werden für die Behandlung von Insomnien eingesetzt. Hier ist die Gefahr der Abhängigkeit zu beachten!
  • Sedierende Antidepressiva können z. B. bei Schlafproblemen im Zusammenhang mit affektiven Störungen (psychische Störungen, bei denen Stimmung und Antrieb beeinträchtigt sind) eingesetzt werden.
  • Sedierende Neuroleptika führen zumeist zu einer Zunahme der Tiefschlafstadien.
  • Aktivierende Antidepressiva und Psychostimulanzien können zur Behandlung von Hypersomnien eingesetzt werden.
    Ihr Arzt berät Sie gern!

Pflanzliche Wirkstoffe, die den Schlaf unterstützen

Bei leichteren Schlafstörungen können in Absprache mit dem Arzt pflanzliche Substanzen zur Unterstützung eingesetzt werden, z. B. Baldrian, Passionsblumenextrakt, Hopfen oder Melisse. Während Baldrian, Melisse und Hopfen schlaffördernd wirken, weist die Passionsblume einen entspannenden und beruhigenden Effekt auf.

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